Leseempfehlung

Lexikon der Psychologie – Der Dorsch geht online

10. September 2013  

Was für MedizinerInnen der Pschyrembel ist für PsychologInnen der Dorsch, das Lexikon der Psychologie. Könnte er zumindestens sein. Als ich mir Student eine gebrauchte Ausgabe (11. Auflage) für 5 Euros gekauft habe, war ich relevativ entäuscht. Den meistens stand genau der Begriff, den ich gesucht hatte nicht drin, und wenn ich fündig wurde, erschien mit die Definition nicht immer unbedingt leicht verständlich. Den Dorsch hatte ich deshalb abgeschrieben.

Jetzt hat sich der Verlag Hans Huber an eine Neuauflage gewagt, die 16. Neuauflage, nach meiner Wahrnehmung eine echte Neuauflage. Statt einer bloßen Überarbeitung der Inhalte, gibt es zwei fundamentalen Änderungen:

1.) Neben dem Herausgeber Markus Wirtz gibt es jetzt 19 GebietsexpertInnen, die jeweils die Einträge in einem Teilgebiet der Psychologie verantworten und aktualisieren (60% neuer Text gegenüber der 15. Auflage). Dadurch ist sichergestellt, das alle wichtigen Inhalte der einzelnen Teilgebiete tatsächlich im Lexikon vertreten sind, und vorallem richtig prioisiert und aktuell sind. Dazu hat jedeR der ExpertInnen einen umfangreicheren Eintrag zum jeweiligen Fachgebiet geschrieben. Aus meiner Sicht sind diese Einträge durchweg gut gelungen sind und geben einen schnellen Überblick über das Fachgebiet

2.) Mit dem Kauf des Lexikon (das mit 69,- Euro für 2000 Seiten und über 13.000 Stichwörtern im üblichen Rahmen liegt) ist der Zugriff auf die Online-Version des Lexikons für 2 Jahre möglich. Die Online-Version soll fortlaufend aktualisiert werden. Außerdem können die NutzerInnen Kommentare für den Herausgeber hinterlassen, oder (sofern sie ausgewiesene ExpertInnen sind) die Bearbeitung des Beitrags beantragen und dann selbst editieren.

Eine weitere Änderung: Das Lexikon heißt jetzt „Lexikon der Psychologie“ und nicht mehr „psychologisches Wörterbuch“. Das dürfte die GermanistInnen freuen, die sich auch schon für die Umbennung von psychologischen Instituten in Institute für Psychologie gefreut haben.

Ich bin gespannt, ob sich in Zeiten von Wikipedia und Co. Studierende (aus meiner Sicht die Hauptzielgruppe) überzeugen lassen, Geld für ein (Online-)Lexikon auszugeben, das von ExpertInnen geschrieben wurde. Davon wird es wohl abhängen, ob in zwei Jahren wie versprochen die 17. Auflage erscheint.

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